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CyanogenMod - Custom ROM als Alternative zu Android Jelly Bean

Eine der Stärken von Android ist große Community von Nutzern, die ihre Geräte nicht einfach bloß verwenden, sondern auch tiefergehend anpassen möchten, zum Beispiel mit völlig anderen Android-Versionen. Unter all den Projekten, ragt eine Custom Firmware heraus, die für fast jedes verbreitete Gerät existiert: Die CyanogenMod. Wir erklären, was es damit auf sich hat.

Die CyanogenMod ermöglicht, dass auch Besitzer älterer Smartphones und Tablets in den Genuss aktueller Android-Versionen kommen – selbst lange, nachdem die Hersteller ihren Support eingestellt haben. Sogar einige Geräte, die überhaupt nicht für den Betrieb mit Android vorgesehen waren, können mit der CM ausgestattet werden, etwa das HP TouchPad oder das HTC HD2. CyanogenMod basiert auf dem Open Source-Zweig von Android (AOSP). Das bedeutet dass man beim Installieren der CyanogenMod Herstelleroberflächen und -Anpassungen verliert und stattdessen ein relativ originäres Android erhält. Natürlich ist auch CyanogenMod selbst quelloffen verfügbar und kann unter Einhaltung der Lizenzbedingungen nach Lust und Laune modifiziert, kompiliert und geforkt (also abgespalten und in ein eigenes Projekt überführt) werden. Ein bekannter auf CyanogenMod basierender Fork ist AOKP.

Geschichte der CyanogenMod

Die CyanogenMod begann als Projekt des US-Amerikaners Steve Kondik, Nickname „Cyanogen“, der sein T-Mobile G1 mit weiteren Funktionen ausstatten und den Kernel optimieren wollte. Heute arbeitet an der CyanogenMod ein globales und lose verbundenes Entwicklerteam. Neben einer Kerngruppe von Entwicklern, zu der auch Steve Kondik gehört und die sich allgemein um die Funktionen, deren Portierung auf neue CM-Versionen sowie die Prüfung externer Code-Einreichungen kümmert, gibt es diverse Teams und Einzelpersonen, die als „Device Maintainer“ fungieren, also als Verantwortliche(r) für die Portierung von CM auf ein bestimmtes Gerät oder eine Gerätegruppe. Bekannte Unterteams sind unter anderem TeamHacksung für Samsung-Smartphones und TeamXperia für die Smartphones von Sony und Sony Ericsson.

Die Entwickler haben die Intention, so viele Teile der CyanogenMod wie möglich quelloffen zur Verfügung zu stellen. Das gelingt nicht immer, meistens müssen auch so genannte Binary Blobs, also bereits kompilierte Pakete aus den Original-Firmwares für einzelne Geräte integriert werden, so etwa für Grafiktreiber mancher Chiphersteller oder Baseband-Treiber generell. Diese Blobs zur Zusammenarbeit mit dem restlichen Teil der CyanogenMod zu bewegen, ist eine der zeitraubendsten Aufgaben für die Programmierer. Wo es möglich ist, werden diese Blobs deshalb durch Open Source-Code ersetzt.

Zusätzlich zu den Funktionen von Android und diversen Performance-Optimierungen integriert die CyanogenMod noch weitere Features. Darunter etwa eine Theming-Engine, mit der die komplette System-UI optisch umgestaltet werden kann. Ebenfalls enthalten sind ein Software-Equalizer, zahlreiche zusätzliche Bedienungsoptionen, ein anpassbarer Lockscreen und vieles mehr. Zuletzt wurden diverse Security-relevante Funktionen und eine neue Kamera-App in CM integriert.

GApps

Die Entwicklung der CyanogenMod ging bereits auf dem ersten in der Breite verfügbaren Android-Smartphone los, dem HTC Dream/T-Mobile G1. Bereits recht früh musste sich Entwickler Steve Kondik jedoch einen Rüffel von Google abholen, denn neben den quelloffenen Anteilen verteilte er in seiner Custom ROM auch die Google Apps für Android, zum Beispiel den Market und die Gmail-App. Seitdem werden die Google Apps als von CyanogenMod abgetrenntes Paket verteilt, die man zusätzlich herunterladen und flashen muss. Dies hat den Vorteil, dass auch solche Menschen Android in Form der CyanogenMod verwenden können, die die enge Anbindung an Googles Dienste sonst scheuen.
eder größere Versionssprung bei Android entspricht einer neuen „großen“ CyanogenMod-Version, zum Beispiel:

  • CyanogenMod 6 (CM6) basiert auf Android 2.2 „Froyo“
  • CyanogenMod 7 (CM7) basiert auf Android 2.3 „Gingerbread“
  • CyanogenMod 9 (CM9) basiert auf Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“
  • CyanogenMod 10 (CM10) basiert auf Android 4.1 „Jelly Bean“
  • CyanogenMod 10.1 (CM10.1) basiert auf Android 4.2 „Jelly Bean“
  • CyanogenMod 10.2 (CM10.2) basiert auf Android 4.3 „Jelly Bean“

Die CyanogenMod 8 wurde vom Team bewusst ausgelassen, da Google den Quellcode für das nur auf Tablets zielende Android 3.x „Honeycomb“ erst zum Release der Nachfolgeversion freigab. Da die vordere Versionsnummer der CM immer mit dem Anfangsbuchstaben des Codenamens der aktuellen Androidversion korrespondiert, besitzen die drei Jelly Bean-Iterationen Android 4.1, 4.2 und 4.3 die Versionsnummern 10, 10.1 und 10.2 – da J der 10 Buchstabe des Alphabets ist.

Nightly Builds, M-Builds, Release Candidates und Stable Versions

Auf dem offiziellen Download-Port get.cm kann man die CyanogenMod für knapp 100 Geräte herunterladen. Die Versionen sind nicht nur gestaffelt nach CM-Version, sondern auch deren Status.

  • Nightly Builds sind täglich aktualisierte Versionen, die automatisch aus dem aktuellen Codestamm kompiliert werden. Hier ist die Aktualität am höchsten, aber auch die Gefahr für Bugs und Instabilitäten.
  • M-Builds sind monatliche Versionen, die zwar noch den Status „experimentell“ haben, aber größtenteils als stabil gelten.
  • Release Candidates sind Versionen, die nicht mehr um neue Funktionen angereichert werden. Sie werden nur noch auf Fehler geprüft, bis sie in die finale Phase übergehen.
  • Stable Versions sind dann die, die als endgültig alltagstauglich gelten.

Wer sich über den momentanen Stand und das aktuelle Changelog der CyanogenMod interessiert, kann diese auf der Website changelog.bbqdroid.com nachvollziehen.

CyanogenMod flashen

Wer sich dafür entscheidet, CyanogenMod auf sein Gerät zu flashen, verliert dabei in der Regel seine Gerätegarantie. Der Vorgang ist für die meisten Geräte verschieden, setzt aber in der Regel voraus, dass der Bootloader entsperrt, das Gerät gerootet und ein Recovery-Modul installiert wird. Danach begibt man sich in das Recovery-Menü, zumeist durch eine spezielle Kombination der Hardwaretasten beim Start des Gerätes und installiert die vorher auf den internen Speicher des Gerätes kopierten ZIP-Files (Firmware und GApps) über die entsprechenden Menüeinträge. Zur Sicherheit sollte man dann noch einen „Full Wipe“ durchführen – also das Gerät komplett auf Werkszustand zurücksetzen.

CyanogenMod – Weblinks






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